Typische Themen? Vorladung, Durchsuchung und Verhaftung.

Marc Duchon ist Hobby-Boxer und kämpft auch sonst mit harten Bandagen: Als Fachanwalt für Strafrecht gehört er zu den besten seiner Branche. Ich habe mich mit ihm über seine Spezialisierung und typische Themen seiner Mandanten unterhalten und ein paar Tipps für die Vermeidung von Konflikten mit Strafverfolgungsbehörden eingeholt.

 Sie sind ausgewiesener Experte für Steuerstrafrecht – wie kam es zu dieser Spezialisierung, Herr Duchon?

Im Laufe meines Jura-Studiums habe ich festgestellt, dass mich eigentlich nur das Strafrecht wirklich interessiert. Nach meinem Studium habe ich recht schnell eine eigene Kanzlei gegründet und mich mit zwei sehr geschätzten Kollegen zusammengetan: In der Kanzlei DMS Rechtsanwälte hat sich dann im Laufe der Zeit ein großer Schwerpunkt im Wirtschafts- und Steuerstrafrecht herauskristallisiert – auch weil ich vor ein paar Jahren den zertifizierten Berater für Steuerstrafrecht gemacht habe.

Was ist heute das Unangenehmste, Überraschendste und Aufregendste an Ihrem Job?

Sachverhalte sind meistens nicht unangenehm – die nimmt man so wie sie kommen. So ist das Unangenehmste für mich tatsächlich, wenn ich meinem Honorar hinterherlaufen muss. Überraschungen gibt es im Strafrecht allerdings sehr viele: Auch nach 20 Jahren ist es immer wieder überraschend, was für lustige und interessante Sachverhalte man in Akten finden kann. Auch Zeugen können manchmal sehr überraschend auftreten und damit den kompletten Prozess ändern. Und das aufregendste bleibt für mich die mündliche Hauptverhandlung, wenn alle Augen auf mich gerichtet sind.

Mit welchen Sachverhalten kommen denn die Mandanten typischerweise zu Ihnen?

Wir beschäftigen uns mit Strafrecht – das heißt, unseren Mandaten wird vorgeworfen, sich möglicherweise strafbar gemacht zu haben. Wir vertreten aber auch Unternehmen, die ein strafrechtliches Thema haben – wenn sich beispielsweise ein Mitarbeiter falsch verhalten haben soll und es dann eine Ermittlung durch die Polizei, die Steuerfahndung oder den Zoll gibt. Außerdem unterstützen wir Unternehmen dabei, dass sie künftig keine strafrechtlichen Probleme bekommen, und helfen bei der internen Aufklärung von möglichen Straftaten im Unternehmen. Typische Themen sind also Vorladung, Durchsuchung, Verhaftung.

Im Rückblick auf die vergangenen Jahre: Worauf sind Sie richtig stolz?

Stolz ist nicht so mein Wort, aber zufrieden bin ich immer dann, wenn meine Mandanten oder Mandantinnen es sind – weil wir die gemeinsamen Ziele erreicht haben. Ein bisschen stolz bin ich allerdings darauf, dass wir uns mit unserer Kanzlei einen so guten und professionellen Ruf erarbeitet haben.

Mit Blick auf die Kreativität mancher Unternehmen bei der Erstellung von Jahresabschlüssen: Wann genau wird denn eigentlich aus einem unternehmerischen Risiko ein Straftatbestand?

Wenn der Unternehmer die Grenzen des Erlaubten unterschätzt und sich selbst überschätzt, kann aus einem unternehmerischen Risiko ein Straftatbestand werden. Im Strafrecht wird diese Grenze meistens beim Vorsatz gezogen.

Haben Sie drei goldene Tipps, um Ärger mit den Strafverfolgungsbehörden zu vermeiden?

Ein kleines Restrisiko lässt sich für unternehmerisch denkende und handelnde Personen nur sehr schwer vermeiden. Dieses Restrisiko lässt sich aber gering halten, wenn man selbst möglichst sorgfältig und gewissenhaft arbeitet, sich zuverlässige Mitarbeiter sucht und diese im Zweifelsfall auch entsprechend überwacht. Und wenn der Unternehmer Unregelmäßigkeiten im Unternehmen feststellt, muss er einfach schnell handeln – manchmal kann man problematische Sachverhalte noch retten, beispielsweise mit einer Selbstanzeige. Solche Situationen sollte man jedoch nicht alleine angehen, sondern sich von Profis beraten lassen.

Sie möchten Ihre Jahresabschlussunterlagen auf mögliche Unregelmäßigkeiten überprüfen lassen? Dann sprechen Sie mich gerne an und wir vereinbaren einen kostenfreies Erts-Gespräch. Hier mit Semir einen Termin vereinbaren!

(Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Podcast „punktgenau“ aus dem Januar 2022, den Sie hier in voller Länge hören können.)

 

 

Von der Quantenphysik zum Change Management

Die promovierte Ingenieurin und Quantenphysikerin Anna-Lena Gehrmann hat in ihrem Leben bereits so viel erlebt, dass wir gleich mehrere Gespräche führen, um alles zu erfassen. In diesem ersten Teil erfahren wir, wie es sie von der Quantenphysik zum Change Management für den Mittelstand geführt hat.

 Du hast als Frau Physik studiert – wie ist es dazu gekommen?

In der Schule musste ich mich in Physik mehr anstrengen als beispielsweise in den Sprachen. Das hat mich angespornt, ich habe die intellektuelle Herausforderung gesucht und geglaubt „Da wird mir nie langweilig.“ Bis heute ist es mir ein innerer Drang, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Was hast du aus dem Studium mitgenommen?

In meiner jetzigen Tätigkeit als Beraterin und Coach für Führungskräfte in Veränderungsprozessen geht es immer auch darum, Wissenschaft und Spiritualität zu verbinden – und mein Spezialisierungsfach Quantenphysik ist die absolute Grundlage, spirituelle Phänomene erklären zu können. Im Nachhinein macht meine Studienfachwahl daher großen Sinn, auch wenn es phasenweise sehr hart und schwierig für mich war. Manchmal macht das Leben erst Sinn, wenn man im Nachhinein auf die Vergangenheit zurückguckt.

Wie kommt es zu deiner Leidenschaft für die Kombination der beiden Felder Wissenschaft und Spiritualität?

Die Kombination von zwei oder sogar mehreren Feldern zieht sich durch mein ganzes Leben. In der Schulzeit war es einerseits die Physik und andererseits die Sprachen, während des Studiums wollte ich Wissenschaftsjournalistin werden, im weiteren Verlauf meiner Karriere war es das Thema Technologiemanagement. In der Automobilfirma, in der ich dann gearbeitet habe, wurde es ebenfalls eine Doppelrolle: Dort war ich einerseits Projektmanagerin und andererseits in einem großen Strategieprojekt. Außerdem war ich Kooperationsmanagerin zwischen unserer und einer chinesischen Firma.

Ich sehe mich als Brückenbauerin – mit der Aufgabe, zwei Welten miteinander zu verbinden. Die allgemeine Tendenz zur Trennung ist an einigen Stellen sinnvoll, führt aber auch zu Problemen wie Fachidiotie oder sogar Kriegen. Mich hat es immer dahingezogen, diese Trennung aufzuheben und den gemeinsamen Nenner zu suchen. Dahinter steckt die Überzeugung, dass wir letztlich alle eins sind.

Wie konntest du mit dieser Überzeugung in der Automobilbranche agieren?

Die Kombination verschiedener Felder hat immer wieder eine Zerreißprobe für mich bedeutet – das läuft ja nicht konfliktfrei ab. Die Automobilindustrie ist eine sehr harte Branche und nichts für Zartbesaitete. Ich bin aber nun mal sein sehr sensibler und empathischer Mensch, der Wert auf ein gutes Miteinander legt – das hat mich sehr gestresst und letztlich auch an meine Grenzen gebracht. Als Führungskraft jongliert man sehr viele Projekte gleichzeitig, mit einer permanenten Reizüberflutung, die das Nervensystem an den Anschlag bringt. Ich habe meinen Job geliebt, aber auch einen sehr hohen Preis dafür bezahlt: den des permanenten Stresses und der Vernachlässigung meines Privatlebens.

Welches Ereignis hat diese Abwärtsspirale durchbrochen?

Im Jahr 2017 bekam eine enge Freundin von mir Brustkrebs – und plötzlich ging es nicht mehr um berufliche Themen, sondern um Leben und Tod. Das hat meine Perspektive auf das Leben sehr verändert. Mit diesem neuen Mindset fuhr ich dann Ende 2017 mit besagter Freundin nach Thailand – und als ich am letzten Abend noch einmal schwimmen ging, sah ich plötzlich ein goldenes Licht am Himmel und hörte den Satz „Du hast eine große Kraft in dir, und du wirst sie brauchen.“ Zu dem Zeitpunkt war ich Atheistin und habe ausschließlich an meinen Verstand geglaubt – aber plötzlich habe ich eine höhere Macht gespürt. Trotzdem habe ich das Ereignis erstmal ignoriert und weitergemacht wie bisher – mit meinem erfolgreichen Managerleben und allen damit einhergehenden Problemen. Das hat aber nicht mehr funktioniert, weil sich in mir eine große seelische Veränderung vollzogen hatte.

Was danach passiert ist, erfahren Sie in meinem nächsten Blog-Beitrag. Wenn Sie ihn auf keinen Fall verpassen wollen, vernetzen Sie sich gerne bei XING und/oder LinkedIn mit mir!

(Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Podcast „punktgenau“, den Sie hier  in voller Länge hören können.)